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Elnaz Farahbakhsh

Gastaufenthalt von Elnaz Farahbakhsh

Heute war ich neidisch auf das Meer. So wie es fließt, Tiere in sich schwimmen lässt, kalt und warm ist und abends zum Himmel schaut und die Sterne beobachten darf. Jeden Abend aufs Neue schaut das Meer gen Himmel und sieht Galaxien, Sterne, Sternschnuppen und lässt alles in sich widerspiegeln. Heute war ich neidisch auf die Sterne. Der Himmel ist dunkel und jeder einzelne Stern strahlt, funkelt und hat seinen Platz. So viele Kilometer vom Meer und von mir entfernt. Es heißt, unsere Ancestors werden zu Sternen, wenn sie gegangen sind. Als ich heute in der Dunkelheit am Meer stand, fühlte ich eine Sehnsucht, die ich niemals stillen kann. Eine Sehnsucht, die meine Ancestors gespürt haben, eine Sehnsucht, die von Generationen zu Generationen weitergegeben wird. Eine Sehnsucht, durch die wir immer auf der Suche bleiben, denn wir sehnen uns nach einem Finden, das nur uns finden kann, wenn wir bereit dafür sind. Daher war ich neidisch auf das Meer, denn es hat gefunden und hat seinen Platz auf dieser Erde. Es ist Milliarden Jahre alt und hat alles miterlebt. Und ich war neidisch auf die Sterne, da sie vom Meer so viele Jahrhunderte beobachtet, geliebt und gesehen werden. Und plötzlich kam es mir. Ich verstand, dass Alles, alles in sich trägt. Das Meer, die Sterne, die Luft. Alle Elemente sind auch in mir und auch in ihnen. Auf einmal fühlte ich mich uralt und zeitlos. Ich fühlte mich verbunden und getrennt. Ich fühlte, dass auch ich einen Platz auf dieser Erde habe. Dass alles was ich auf dieser Erde tue, bleibt. Dass, wenn ich diesen Körper verlasse, ich wieder einkehre in die unendliche Weisheit dieser Erde. Ich kehre zurück zum Sand, zum Meer, zu den Sternen. Ich werde zu Asche, zu Sand, zu Staub. Und ich werde ruhen, in die unendliche Weisheit dieser Welt, dieser Erde. Und ich werde beobachten und mit den Augen des Meeres, der Sterne und des Sandes schauen. 03.03.24

zwei Mensch auf dem Strand am Meer gesehen aus den Dünen

Elnaz Farahbakhsh war im März 2024 zu Gast auf Hiddensee

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Neueste Veröffentlichungen:

Elnaz Farahbakhsh (2026): in Bad Poetry, kanakistan, w_orten und meer

Details: https://wortenundmeer.net/buch/bad-times-poetry/

Elnaz Farahbakhsh (2025): in: parabolis virtualis, neue queere Lyrik, querverlag

Details: https://www.querverlag.de/parabolis-virtualis-4/

Elnaz Farahbakhsh (2023): nah_weh, w_orten und meer

Details: Elnaz Farahbakhsh – nah_weh (wortenundmeer.net)

Elnaz Farahbakhsh (2023): in: Was uns empowert, UNRAST

Details: Was uns empowert – UNRAST VERLAG (unrast-verlag.de)

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